| | Hufpflegeintervall? In der Regel empfehlen Tierärzte einen Hufpflegeintervall von 6 – 8 Wochen. Dr. vet. Jürg Hugelshofer schreibt zum Beispiel in seinem Bericht „Qualitäts- und Beurteilungskriterien in der Hufbearbeitung“...“ durch die verlängerte Einsatzzeit der Pferde im Leistungssport werden die vermehrten finanziellen Auslagen für die Hufpflege bei weitem kompensiert. Die kürzeren Beschlagsintervalle von 6 – 7 Wochen (je nach Jahreszeit) verhindern bei korrekter Stellung und Beschläge ein fortschreitendes Verformen der Hufe weitgehend. Das Hufgleichgewicht wird während der ganzen Beschlagsperiode mehr oder weniger aufrechterhalten“, was zur Gesunderhaltung der Pferde beiträgt (Anmerkung meinerseits).
Es wird vermutet, dass Veränderungen am Strahlbein durch eine
ständige Veränderung der Hufachse/Fesselachse (Hufwinkel)
hervorgerufen werden könnten. Über einen Beschlagsintervall
von 8 Wochen (die meisten Pferdebesitzer warten leider immer viel
zu lange und haben sogar einen Intervall von 12 Wochen) stellt sich
der Huf automatisch durch den Abrieb im Trachtenbereich flacher.
Nach 8 Wochen kommt dann der gute Hufschmied und stellt den Huf
entsprechend seiner Fesselachse wieder steiler.
Und dieses Spiel passiert über Monate und Jahre. Steil – flach – steil – flach – etc. Und nun vermutet man, dass genau dieser Wechsel von steil zu flach negative Auswirkungen auf die Hufrolle (= Komplex aus Strahlbein, Schleimbeutel und tiefer Beugesehne) haben könnte.
Damit dieser ständige Wechsel nicht passiert, sollte der Beschlagsintervall so kurz wie möglich gehalten werden, damit der Huf nie zu arg aus dem Gleichgewicht kommt. Ein beschlagener Huf kommt unweigerlich aus der Balance. Denn durch den horizontalen Hufmechanismus reibt sich der Huf immer im Trachtenbereich mehr ab, als im Zehenbereich. Dort befindet sich der Drehpunkt der Kapselweitung. Beim Barhuflaufen ist das Problem deutlich verringert, da die Zehe ebenfalls Bodenkontakt hat und somit einen Abrieb erfährt. Wieviel sich wo beim Barhufer abnutzt ist dann schlussendlich eine Frage der Hufbalance. Ist die Hufbalance aber einmal vorhanden, wird die Balance, in Bezug auf den Hufwinkel deutlich länger gehalten. Beispiele:
| | | Kaya, Stute, Haflinger, geb. 1995.
Deformierte Hufe nach einem oder mehreren zu lang gewählten Beschlagsintervalle. Die lange Zehe belastet die tiefe Beugesehne sowie den Hufrollenapparat übermässig. | | | | | Dasha, Stute, Englisches Vollblut, geb. ?.
Hier ebenfalls ein zu lang gewählter Hufpflegeintervall während eines Aufenthaltes auf einem Vollblutgestüt, wo die Stute zum Decken ein paar Monate untergebracht war. | | | Master Joy, Wallach, Englisches Vollblut, geb. 1994.
Hier gut funktionierende Barhufe, 4 Wochen nach der letzten Hufpflege. Aufgrund der warmen Temperaturen im Sommer wächst das Hufhorn schneller, als in den Wintermonaten.
Die Zehen und die Eckstreben sind schon etwas lang. Das Pferd kann aber problemlos zeitweise barfuss geritten werden, ohne fühlig zu gehen.
Hufpflegeintervall alle 5 – 8 Wochen!


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