| | Berichte der Distanzritte Schweizermeisterschaften, bzw. CEN* über 63 km in Hüntwangen vom 29. September 2007 Nachdem ich Darusha im 2007 von Feliciano XX Ende Juni decken liess und sie leider im zweiten Monat resorbiert hatte, dachte ich mir, dass sie bis Ende September bestimmt wieder fit genug ist, um über 63 km in Hüntwangen starten zu können.
Der Start erfolgte in Berg am Irchel. Wir trafen rechtzeitig ein und führten Darusha dem Tierarzt vor. Darusha war, wie immer ruhig und zufrieden. Auch beim Warmreiten war sie gelassen. Wir mussten allerdings zum ersten Mal einen Massenstart hinnehmen. Ich war froh, dass ich mit ihr da war und nicht Joy unter mir hatte. Nach dem Startzeichen wollte Darusha zwar losziehen, aber sie blieb kontrollierbar. Leider gab es gewisse Starter, die beinahe im Renngalopp los- preschten. So brauchte ich ein paar Galoppsprünge, bis ich Darusha in einem vernünftigen Takt hatte. Die ersten Kilometer ritten wir ziemlich alleine. Sie lief total locker und freudig vorwärts. Wir sahen weder hinter noch vor uns Pferde. So blieb sie ruhig in ihrem Tempo. In der Rheinebene wurden wir dann von einer Gruppe Reiter aufgeholt und wir schlossen uns zusammen. An jedem Groompoint wurden Darusha und ich bestens von meinem Mann betreut. Darusha sah jedem Betreuerpunkt mit gespitzten Ohren entgegen. Der Ritt führte uns bei Rüdlingen auf die andere Seite des Rheins bergan ins Rafzer Feld. Der grösste Teil des Geläufs war sehr eben und es hatte mehrheitlich Wiesenwege. Somit ritt unsere Gruppe auf der ersten Schlaufe ein anständiges Tempo von durchschnittlich 16.88 km/h. Ich habe Darusha seit Beginn ihrer „Distanzkarriere“ noch nie so ein hohes Tempo laufen lassen. Aber sie lief so locker in der Gruppe mit und zeigte keine Anzeichen von Überforderung. Und seit dem ich Darusha nach Philipp Karl dressurmässig gymnastiziere und nach Schöneich longiere habe ich auch das Gefühl, dass sie viel gerader geht und sich deutlich besser tragen kann. So liess ich sie ihren Takt gehen. Sie überwand auch problemlos und mutig die kritische Stelle, wo wir ein Schlammloch am Hang bei Rafz queren mussten. Die erste Schlaufe beendeten wir mit 52 Herzschlägen, nachdem wir nach 10 Minuten ins Vetgate schritten. In der Pause zeigte sie allerdings ähnliche Symptome, wie auf dem Distanzritt davor, in Neuenhof, wo sie sich hinlegte (hier war sie allerdings noch tragend und hatte vermutlich gerade Resorbtionsanzeichen der Frucht), aber keine Kolikanzeichen zeigte. Auch hier in Hüntwangen fing sie mit Scharren an und wollte sich hinlegen. Nachdem wir sie aber ein paar Schritte führten, vergass sie diese Idee. Mein Mann und ich blieben allerdings in Alarmbereitschaft. Auf der zweiten Schlaufe konnte ich mich einem Teil der Gruppe, welcher wir auf der ersten Schlaufe angehörten, nochmals anschliessen. Dieses Mal ritten wir sogar noch ein höheres Tempo von 18.62 km/h. Solange Darusha weiterhin locker und ausbalanciert lief, liess ich sie mit der Gruppe mitgehen. Ich dachte mir auch, dass dies der Motivation förderlich ist. Nach einigen Kilometern fing die Gruppe an mehr und mehr auseinanderzufallen. So dass wir nur noch zu dritt waren. Auch hier groomte mich mein Mann in gekonnter Manier. Darusha war bislang weiterhin aufmerksam, aber nicht mehr so spritzig wir in der ersten Runde. Mir blieb auch immer ihr Verhalten in der Pause vor Augen. Auch die 2. Querung des Schlammloches löste Darusha mit Bravur. Und solange meine mittlerweile alleinige Mitreiterin das Tempo nicht erhöhen wollte, ritt ich weiterhin an ihrer Seite. Doch auf der Zielgeraden legte die Mitstreiterin deutlich zu.
Nachdem ich Darusha aufforderte ihr gleich zu tun und sie nicht reagierte, liess ich sie ihr Tempo weiterlaufen und belegte damit den 4. Rang, mit 54 Pulsschlägen, einer Durchschnitts- geschwindigkeit von 17.61 km/h und einer Gesamtreitzeit auf 63 km von 3:34:38 h und somit nur 8 Sekunden langsamer, als meine Mitkonkurrentin, die auf dem 3. Platz landete. Ich hätte mir nun sagen können, ich hätte Darusha auf den letzten Metern etwas härter anpacken können, damit wir auf Platz 3 kommen, aber da ich weiss, dass sie das Distanzreiten liebt und immer alles gibt, wenn sie kann, so vermutete ich zu Recht, dass sie einen Grund hatte, weshalb sie nicht mit der anderen Reiterin mitziehen wollte? Und die Schlusskontrolle zeigte dies auch deutlich mit dem, für Darusha, relativ hohen Puls von 54 Schlägen. Beim Putzen stellte ich dann schliesslich fest, dass sie eine Schwellung auf der linken Seite auf Höhe meines Oberschenkels aufwies.
Der Abschluss der Polstereinlage in der Sattelunterlage des baumlosen Sattels drückte und verursachte einen Satteldruck. Ich war also froh, auf sie gehört zu haben. Nun, 2008, habe ich Darusha abermals, dieses Mal allerdings von Betel XX (www.deckhengst.com) decken lassen und ihr somit letztes Jahr nicht zugemutet, weiterhin im Distanzsport starten zu müssen. Ich wollte keine Resorbtion mehr riskieren, wobei, wenn man „schwanger“ ist, ja nicht als krank gilt. Aber jedes Individuum reagiert da anders. So Gott will, wird sie nun im 2009 ein gesundes Fohlen zur Welt bringen und ich hoffe, auf einen erfolgreichen Neustart an den Distanzritten erst wieder im 2010.
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