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Stellungen Schultergliedmassen

 


 

Bodenenge Stellung

Bei Betrachtung von vorn ist der Abstand der Mittellinien beider Zehen in Bodennähe geringer als der Abstand dieser Mittellinien in Höhe des Brustkorbes am Übergang der Gliedmasse zum Rumpf. Diese Stellung tritt häufig bei Pferden wie dem Quarter Horse auf, die einen grossen Brustkorb und eine gut entwickelte Pektoralismuskulatur besitzen. Sie kann von zehenenger oder zehenweiter Stellung begleitet sein.

Was bedeutet das?
Eine bodenenge Stellung hat zur Folge, dass das Pferd die Aussenseite der Gliedmasse mehr als die Innenseite belastet, da bei bodenenger Stellung keine andere Möglichkeit zur Aufnahme des Gewichtes besteht. Daraus folgt unabhängig von zehenenger oder zehenweiter Stellung, dass das Pferd mit der Aussenkante der Zehe zuerst fusst und diese verstärkt belastet. Die Aussenseite der Zehe und die der Gleidmasse ist dadurch verstärkter Belastung ausgesetzt.

Folgen?
Gelenksgallen des Fesselgelenkes, laterale (seitlich/aussen) Krongelenksschale (Schale = Verknöcherungen um das Gelenk), laterale Hufknorpelverknöcherungen und Quetschungen der Trachtenwand sind pathologische (krankhafte) Befunde, die häufig mit diesem Umstand korrelieren.

Korrekturmöglichkeit?
Da in nahzu allen Fällen die bodenenge Stellung das Tier zwingt, zuerst auf der Aussenwand des Hufes zu fussen, unabhängig davon, ob die Zehen zeheneng oder zehenweit stehen, muss eine entsprechende Korrektur durch Abtragen der Innenwand erfolgen.

 


Bodeneng-zehenweite Stellung

Was bedeutet das?
Die bodeneng-zehenweite Stellung ist eine der ungünstigsten Fehlstellungen der Schultergliedmasse. Pferde, die diese Stellung aufweisen, sind selten den Belastungen schwerer Arbeit gewachsen. Die eng gestellten Gliedmassen behindern sich in den meisten Fällen gegenseitig in der Bewegung. Dies wird noch verstärkt durch die Tendenz, die Zehe in Richtung auf das Stützbein vorzuführen. Die bodenenge Stellung der Gliedmasse führt, wie bei bodeneng-zehenenger Stellung, zur Verlagerung des Gewichtes auf die Aussenwand. Der Huf bricht nach aussen aus, schwingt nach innen und fusst  auf der Aussenkante. Dies Stellung führt zu starker Belastung der Gliedmasse distal (unterhalb) des Fesselgelenkes. Der sogenannte „Tanzmeisterschritt“ (Schnüren = Vorstellen der vorgeführten Gliedmasse direkt vor die stützende Gliedmasse) ist ein typisches Merkmal dieser Fehlstellung. Der orthopädische Hufbeschlag ist dem bei der bodeneng-zehenengen Stellung ähnlich, da hier der Fuss ebenfalls zuerst auf der Aussenwand aufsetzt.

Folgen?
Berührungen (Streifen) können zu Verletzungen an der medialen (inneren) Seite des Röhrbeines, zu Frakturen des medialen Griffelbeines und in seltenen Fällen zu Frakturen des medialen Gleichbeines führen.

Korrekturmöglichkeit?
Der Fuss sollte während der Vorführphase genauestens beurteilt werden, um das Ausmass der notwendigen Korrektur abzusichern. Diese umfassen in der Regel eine Kürzung der Innenwand des Hufes.




Bodenweite-zehenweite Stellung

Folgen?
Wenn ein Pferd bodenweit fusst, so liegt gewöhnlich auch eine zehenweite Stellung vor. Die bodenweite Stellung der Gliedmassen führt zur grössten Belastungen auf der Innenseite. Dies hat eine vermehrte Dehnung des medialen (inneren) Seitenbandes von Fessel- bzw. Krongelenk zur Folge. Laterale (äussere) Schale (= Verknöcherungen um das Gelenk) des Krongelenkes und mediale (innenliegende) Hufknorpelverknöcherungen sind häufig damit verbunden.
Im Zusammenhang mit den gegenseitigen Behinderungen der Gliedmassenaktion treten häufig Überbeine und Streichstellen am medialen Röhrbein und Frakturen des medialen Griffelbeines auf.

Korrekturmöglichkeit?
Bei dieser Fehlstellung bricht der Fuss meist über die Innenkante des Hufes aus, wird gegen die stützende Gliedmasse vorgeführt und fusst zuerst mit dem medialen Hufrand. Dies bedeutet, dass die Korrektur gerade entgegengesetzt zu der der bodeneng-zehenengen Fehlstellung erfolgen muss. Deshalb wird die Aussenkante des Hufes gekürzt.



Bodeneng-zehenenge Stellung

Folgen?
Die bodeneng-zehenenge Stellung verursacht eine ausserordentlich starke Dehnung der lateralen (äusseren) Seitenbänder von Fessel- und Krongelenk. Diese Fehlstellung wird häufig begleitet von pathologischen (krankhaften) Befunden wie Gelenksgallen, lateraler Schale und lateralen Hufknorpelverknöcherungen. Diese sind die Folge mechanischer Dehnung aufgrund bodenenger Stellung und ebenso Folge einer Überbelastung der lateralen Wand des Hufes. Bei der Untersuchung des Hufes ist dieser lateral vermehrt abgenutzt, da dort zuerst gefusst wird, was eine stärkere Belastung dieser Hufseite zur Folge hat.

Korrekturmöglichkeit?
Zur Korrektur ist eine Abtragung der Innenwand vermutlich erforderlich. Eine bodeneng-zehenenge Gliedmassenstellung verursacht in der Regel eine bügelnde Bewegung des Fusses. Diese bodeneng-zehenenge Stellungsanomalie tritt sehr häufig auf.



Bodenweit-zehenenge Stellung

Was bedeutet das?

Diese Stellung ist selten. In der Regel wird das mit bodenweit-zehenenger Fehlstellung behaftete Pferd einen bügelnden Gang zeigen, obwohl es über die mediale Zehenspitzenkante abfusst und auf der Innenkante des Hufes aufsetzt.

Es besteht die Möglichkeit, dass andere Gliedmassenfehler insbesondere distal (unterhalb) des Fesselgelenkes die Bewegung des Fusses in der Weise beeinflussen, dass das oben Beschriebene nicht mehr zutrifft. Zu diesen Fehlstellungen gehört auch die Rotation des Fesselgelenkes, die dazu führt, dass die Gliedmasse bei bodeneng-zehenenger Stellung gegen das Stützbein geführt wird. Diese Abweichungen sind selten.

Folgen?

Die bodenweite Stellung belastet die Inneseiten der Gliedmasse am meisten und hat die gleichen pathologischen Veränderung, die auch aus einer bodenweit-zehenweiten Stellung resultieren, zur Folge.
Vermehrte Dehnung des medialen (inneren) Seitenbandes von Fessel- bzw. Krongelenk. Laterale (aussenliegende) Schale (= Verknöcherungen um das Gelenk) des Krongelenkes und mediale (innere) Hufknorpelverknöcherungen sind häufig damit verbunden.

Korrekturmöglichkeit?

Die Grundsätze des richtigen Zurichten und Beschlages der Hufe sind nach ausreichender Beurteilung der Gliedmasse in der Hangbeinphase auch auf diese Varianten anzuwenden. Auf jeden Fall sollte man bei der Beurteilung der Gliedmassenführung auf die richtige Fussung achten, um eine exakte Korrektur der Hufe vornehmen zu können.

 

Bodenweite Stellung

Von vorn betrachtet, haben die Mittellinien der Gliedmassen bei dieser Stellung am Boden einen grösseren Abstand als im Gliedmassenbereich am Brustkorb. Diese Form findet sich im allgemeinen bei schmalbrüstigen Pferden, wie dem American Saddlebred oder dem Tennessee Walking Horse. Bei bodenweiter Stellung der Schultergliedmassen neigt das Pferd häufig zu zehenweiter Stellung. Bodenweit-zehenweite Stellung verursacht meist eine gegen die stützende Gliedmasse gerichtete Bewegung der vorgeführten Gliedmasse.

Was bedeutet das?
Die bodenweite Stellung zwingt das Pferd, die Innenkante der Zehe mit mehr Gewicht zu belasten als die Aussenseite. Weil das Körpergewicht auch unter diesen Umständen gleichmässig verteilt wird, muss das Pferd, ganz im Gegensatz zur bodenengen Gliedmassenstellung, auf der Innenkante der Zehe fussen. Folglich sind bei bodenweiter Stellung die Innenseiten der Gliedmassen den grössten Belastung ausgesetzt.

Folgen?
Infolge dieser Stellung zählen Gallen des Fesselgelenkes, mediale (innere) Krongelenksschale (Schale = Verknöcherungen um das Gelenk) und mediale Hufknorpelverknöcherungen zu den üblichen pathologischen (krankhaft) Befunden.

Korrekturmöglichkeit?
Unabhängig davon, ob zehenweit oder zeheneng, wird das Pferd bei bodenweiter Stellung der Gliedmassen fast immer gezwungen sein, zuerst auf der Innenkante des Hufes zu fussen. Die Korrektur erfordert hier besonders das Abtragen der Aussenwand.