| | Fallstudien
Bockhuf
Alma, Stute, Warmblut, geb.?. Bild Nr. 1-4: Übernahme des Pferdes zur Hufpflege im Dezember 2006, bzw. zu diesem Zeitpunkt haben wir die Hintereisen abgenommen. Die Vordereisen haben wir 3 Wochen später im Januar 2007 entfernt. Dieses Bild entstand also, nachdem das Pferd bereits 2 Hufpflegebehandlungen hinter sich hatte. Man sieht noch deutlich links den steilen Huf und die extrem steilen Wände mit den vielen Ringen in der Wand. Die Hufe wirken fast viereckig. Die Vorderhufe hatten, als ich das Pferd übernommen habe, 4 Grad Unterschied.
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| Bild Nr. 5-8: Hier dasselbe Pferd, über ein Jahr später. Beide Vorderhufe sind gleich steil. Die Wände haben sich deutlich geweitet, was weniger Quetschung des Innenlebens des Hufes und negative Beeinflussung des Strahlbeines bedeutet. Da der Strahl heute mitträgt, sieht er auch kräftiger und gesunder aus. Auch von unten ist der Vorderhuf wunderbar rund und tragfähig geworden. Das Pferd läuft heute problemlos barfuss.
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Geronimo, Wallach, Warmblut, geb. 1994
Bild Nr. 9-16: Übernahme zur Hufpflege im Mai 2007, mit dem Befund von Bockhufen.
Bockhuf: Sehr steile Hufe, bei denen die Fessel wenig durchfedert. Bockhufe bewirken sehr starke Erschütterungen auf die Gliedmasse. Die Folge daraus kann Arthrose sein.
Unterschiedlich steile Hufe: Ab zwei Grad Unterschied zwischen links und rechts, geht man davon aus, dass Pferde das merken. Es ist so, als wenn man gleichzeitig einen Highheel und einen Ballerina trägt. Man fällt immer auf den flacheren Huf hinunter und dieser wird überbelastet.
In meiner Kundschaft gibt es einen Fall, bei welchem ein Pferd mit sehr unterschiedlich steilen Vorderhufen unterwegs war. Die Differenz betrug 5 Grad. Am Bein mit dem flachen Huf hatte sich das Pferd 3 Sehnenschäden zugezogen. Allerdings handelte es sich dabei um ein Pferd im Rennsport.
Steile, enge, oder gar negative Wände: Die Pferdehufe machen bei jedem Schritt eine Pumpbewegung. D.h. der Huf weitet sich und zieht sich beim Abfussen wieder zusammen. Dies hilft, das Blut, von den Hufen, wieder zurück in den Körper zu pumpen (Pferde haben nämlich aus Gewichtsgründen [da Fluchttier] keine Muskeln im unteren Teil der Gliedmasse). Enge, negative Wände machen beim Gehen aber nun KEINE Weitung durch, sondern werden enger. Dieses Zusammenziehen der Wände löst einen Druck auf das Strahlbein aus. Die Folge davon könnte eine Strahlbeinlahmheit sein.
Korrektur: Durch Kürzung der Trachten, habe ich die Möglichkeit, dem Strahl mehr Bodenkontakt zu geben. Dadurch wird seine Durchblutung besser und er wächst und wird breiter. Dadurch übt er mehr Druck auf die Seitenwände aus, die sich dadurch weiten können.
Auf dem Bild Nr. 14 und 15 sieht man ganz deutlich, dass die Wände im Sept. 08, v.a. die Innenwände deutlich flacher/schräger zum Boden stehen als noch auf dem Bild Nr. 10 und 11 im Sept. 07. Und auch auf dem Bild Nr. 16 von unten im Sept. 08 (im Vergleich zum Bild Nr. 12) sieht man ebenfall eine enorme Verbesserung, bzw. Weitung der Innenwand. Der Huf ist innseitig deutlich runder geworden, als noch auf dem Bild Nr. 12 im Apr. 08. Und der Strahl ist deutlich breiter, als auf Bild Nr. 12.
Auf dem Bild Nr. 14 (im Vergleich zu Bild Nr. 9) sieht man, dass beide Vorderhufe im Apr. 08 gleich steil waren und deutlich kürzere Trachten aufweisen, als noch im Sept. 07 (Bild Nr.9).
Die Sohle schneide ich grundsätzlich nicht aus (und bei Geronimo schon gar nicht, da er dort kein überschüssiges Hornmaterial hat, gut zu erkennen auf Bild Nr. 16 => hier habe ich nur die Eckstrebe gekürzt!).
Auf Bild Nr. 15 erkennen wir ebenfalls, dass das Pferd alle 4 Hufe gleichmässiger belastet, seit dem die Hufe ausbalancierter sind. Auf Bild Nr. 10 und 11 erkennen wir, dass das Pferd nicht weiss, wie es stehen soll. Jede Stellung verursacht offensichtlich irgend welche Unannehmlichkeiten. |